Unsere Schulgemeinschaft freute sich sehr über den Besuch der Zeitzeugin Eva Weyl. 1935 geboren und Enkelin des Klever Kaufhausgründers Weyl, musste sie als Jüdin vor den Nazis flüchten, wurde gefangen genommen – und hat den Holocaust mit all seinen Schrecken überlebt!
Seit Jahren ist es ihr ein Herzensanliegen, Schülerinnen und Schülern über ihre Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung zu berichten. Eva Weyl ist inzwischen über 90 Jahre alt, aber das hinderte sie nicht daran, lebendig und eindrücklich zu erzählen. Unsere Schülerinnen und Schüler hörten gebannt zu, wie sie über ihre Zeit im Lager Westerbork berichtete und über die schrecklichen Umstände, die sie und ihre Familie dort erdulden musste. Ihren Bericht ergänzte sie um Originalfotos aus der Zeit, die über Jahrzehnte bewahrt hatte.
Wie sehr ihr Augenzeugenbericht unsere Schülerinnen und Schüler (vor allem der 7. und 8. Klassen) bewegte und zum Nachdenken brachte, zeigte sich an den vielen Fragen, die im Anschluss an Frau Weyls Vortrag gestellt wurden und die sie gerne, geduldig und ausführlich beantwortete. Sogar nach Ende der Veranstaltung stellten einige ihr Fragen, als das PZ schon längst wieder leer war.
Der Besuch von Eva Weyl ist von unschätzbarem Wert, denn die Zeit schreitet immer weiter voran. Bald wird es keine Augenzeugen mehr geben. Durch das, was die Schülerinnen und Schüler nun gehört haben, werden sie zu „Zweitzeugen“ – und werden hoffentlich verhindern, dass sich solches Grauen jemals wiederholt.
Text: Judith Keßler, Fotos: Peter Schicks

