Kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze gelegen und doch wenig bekannt bei uns ist das „Oorlogsmuseum Overloon“, also das Kriegsmuseum in Overloon. Völlig zu Unrecht, wie sich die Schülerinnen und Schüler der Niederländisch-Kurse aus der Q1 selbst überzeugten! Unter Begleitung von Frau Bömken und Frau Keßler statteten sie dem Museum einen Besuch ab, der noch lange nachhallen sollte.
Das Museum, das den so wichtigen Satz „Krieg gehört ins Museum!“ propagiert, überzeugte zunächst mit einer sehr anschaulichen Führung durch die Sammlung, in der die Geschichte der Niederlande im Zweiten Weltkrieg präsentiert wurde. Dabei gab es nicht nur Fotos zu sehen, sondern sehr viele Ausstellungsstücke: z.B. zahlreiche Uniformen, einen Panzerwagen, in dem Königin Wilhelmina aus den Niederlanden geflüchtet war, viele alltägliche Gegenstände, und – erschütternd – ein Stück Haut mit einer eintätowierten Nummer, die der Träger als ehemaliger Insaße eines Konzentrationslagers selbstlos dem Museum gespendet hatte.
Immer wieder wurde gezeigt, wie sinnlos Krieg ist, und die Museumsführer – einer von ihnen vierfacher Afghanistan-Veteran – ordneten alles für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar und anschaulich ein. So wurde ein Nachbau einer Baracke aus einem KZ gezeigt, in dem sechs Hochbetten standen. So weit vielleicht noch normal, wenn man automatisch davon ausgeht, dass jedem Menschen ein Bett zustehen würde. Aber: in diese sechs Betten (ohne Matratze oder Bettzeug) wurden je vier Menschen mit Gewalt hineingequetscht, unabhängig davon, wie alt oder krank sie vielleicht waren. Die menschenverachtenden Schrecken des Krieges bekamen auf dieser Rundführung ein wahrhaft beängstigendes Gesicht.
Anschließend besuchte die Gruppe die sogenannte „D-Day-Experience“, bei der sie wie in einem Escape-Room die Landung der Alliierten in der Normandie selbst miterleben konnte. Den Abschluss bildete ein Rundgang durch den großen Ausstellungsraum mit zahllosen Panzern, Jeeps, sogar Flugzeugen, und einer Feldküche sowie Vitrinen mit unzähligen Munitionsteilen. Vieles davon war tatsächlich in Overloon als damaligem Schauplatz einer großen Schlacht gefunden worden. Zwar hatten sich die Schülerinnen und Schüler schon im Unterricht mit dem Zweiten Weltkrieg in den Niederlanden beschäftigt, doch der Besuch zeigte umso eindrücklicher, wie erfindungsreich und gleichzeitig grausam Menschen sein können. Es war ein so wichtiger, eindrücklicher und hochinteressanter Ausflug, den wir sicherlich wiederholen werden!
Text / Fotos: Judith Keßler
PS: eines der Fotos zeigt, wie wir Panzer am liebsten sehen: verrottend und völlig unbrauchbar im Wald, während Jugendliche darauf herumklettern und dieses Ding nie wieder aktivieren wollen – denn: Krieg gehört ins Museum!

