Am 01.07.2026 machten sich alle drei Deutschkurse der Qualifikationsphase 1 unter der Leitung von Frau Bömken, Frau Reinemuth und Herrn Lopes auf, um die Welt der Oper zu entdecken. Da zum Ende der Spielzeit 2025/2026 Alban Bergs expressionistisches Meisterwerk „Wozzeck“ noch einmal aus den Untiefen des Opernfundes des Düsseldorfer Schauspielhauses herausgeholt wurde, nutzten wir die Gelegenheit, um die unterrichtliche Lektüre von Büchners sozialkritischen Fragment „Woyzeck“ zu vertiefen. Was würde die Oper aus diesem Stoff machen und wie unterscheidet sich die Oper eigentlich vom Theater?
Diese und viele andere Fragen der wissbegierigen Oberstufenschüler zu beantworten, halfen uns die überaus leidenschaftlichen Besucherführer Rainer und Georg, die das Düsseldorfer Opernhaus bereits am Nachmittag für uns öffneten und uns in einer privaten Führung exklusive Einblicke hinter die Kulissen gaben. So konnten wir nicht allein den unglaublichen Kostümfundus von mehr als 80.000 Einzelstücken bestaunen, sondern auch den Orchestergraben selbst einmal betreten oder den Guckkasten der Souffleuse näher inspizieren. Überraschend war vor allem, wie groß die sogenannte „Hinterbühne“ der Oper ist: hier werden auf einer Fläche, die einem Vielfachen der sichtbaren Bühne entspricht, Requisiten und Bühnenbilder für andere Opern als den „Wozzeck“ zwischengelagert, denn die Oper am Rhein ist ein Repertoirebetrieb, d.h., dass jeden Tag eine andere Oper gespielt wird, was einen enormen Aufwand in Sachen Umbau bedeutet.
Nach der Opernführung genossen Lehrer- wie Schülerschaft die kulinarischen Vorzüge unserer Landeshauptstadt bei echtem Kaiserwetter, ehe dann am Abend die Aufführung von „Wozzeck“ genau das erreichte, was sich Alban Berg vermutlich davon versprochen hatte: Seine Oper irritiert durch ihre expressionistische, atonale musikalische Gestaltung und ebenso durch kühne Inszenierungsentscheidungen wie einem auf der Bühne gezeigten Geschlechtsakt auf einem elektrischen Stuhl. Ebenso wie Büchner im Vormärz gelingt es Berg, das Unmittelbare, das Existenzielle des Stoffes – hier für die Oper – fühlbar zu machen.
Ein einmaliges Erlebnis! Ein großes Dankeschön gilt der Jungen Oper Düsseldorf, dem Besucherservice der Oper am Rhein, der Opernpädagogik sowie den Besucherführern, die uns dieses einmalige Erlebnis für einen symbolischen Unkostenbeitrag ermöglicht haben. Danke.
Text: Alexander Lopes, Fotos: Defne Bömken / Alexander Lopes

