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„Stadtentwicklung in Kleve“ – Exkursion des LK Erdkunde (Q1)

Spannende Einblicke in aktuelle Stadtentwicklungsprozesse in Kleve  bekamen die SchülerInnen des LK Erdkunde der Q1 unter fachkundiger Leitung der Stadtführerin Frau Schnütgen. Neben dem  neuen Bauplatz des KAG waren auch die umfangreichen Wohnneubauten im „Flora Quartier“  oder die  weitere Entwicklung des Bensdorp – und des XOX Geländes Thema. An dieser  Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Frau Schnütgen für die interessante und sachkundige  Führung!

Lesen Sie hier das Protokoll zur Exkursion. Unsere Schülerin Frida Lemm (Q1) berichtet:

Treffpunkt der Exkursion war das Gelände der Hochschule an der alten Eisenbahnbrücke. Frau Schnütgen, langjähriges Klever Ratsmitglied, Stadtführerin und Archivarin des Franz-Matenaar-Archivs, informierte über viele interessante Aspekte zur aktuellen Stadtentwicklung und Stadtplanung in Kleve. Schwerpunkt der Exkursion ist die ehemalige Industriefläche zwischen Kellen und Bahnhof, wo unter anderem auch unser Gymnasium einen neuen Standort bekommt. Die Hochschule wurde 2010 auf einer großen Brachfläche gebaut. Dass eine Stadt, nah am Zentrum, so viel Freifläche wie Kleve hat, ist ungewöhnlich, liegt jedoch an der Tatsache, dass die ansässigen Industriegebäude zwischen Kellen und Bahnhof nach und nach abgerissen wurden. XOX Gelände und Bensdorp sind zwei Viertel mit Industriegeschichte, die durch erhaltene denkmalgeschützte Gebäude an die industrielle Vergangenheit Kleves erinnern. Dazwischen ist auf dem Unionsgelände neuer Wohnraum entstanden. Die bereits bewohnten Einheiten setzen sich aus 6 mehrstöckigen Punkthäusern und einer Wohnschlange zusammen. Außerdem ist für die Anwohner ein Parkhaus errichtet worden. Die grüne Gemeinschaftsfläche und die Mehrfamilienhäuser werden durch Wohnschlange und Parkhaus vor dem Industrielärm geschützt.
Kühlcontainer unmittelbar vor dem Wohnkomplex sorgen jedoch zurzeit für Unzufriedenheit der Bewohner. Sie verursachen Lärm, der den Schlaf der Anwohner stört. Weitere 200 Wohnungen entstehen zurzeit auf dem hinteren Teil des Union Geländes. Eine Tiefgarage wird außerdem gebaut. Durch ihren Bau gelangte man an Grundwasser, welches abgepumpt werden muss, um die Baustelle trocken zu legen. Dazu wurde ein großes Leitungsrohr überirdisch bis zum Spoykanal gelegt.
Auch die Wohnungen über dem Nettomarkt sind neu errichtet worden. Der Investor hat dieses Konzept gewählt, um Platzverschwendung durch großflächige einstöckige Einzelhandelsflächen zu vermeiden. Neben dem Nettomarkt, im denkmalgeschützten Bensdorpgebäude, sind einige Studentenwohnungen entstanden, die jeweils nachträglich mit einem Balkon ausgestattet wurden.
Der Nettomarkt hätte laut Einzelhandelskonzept nicht an diesem Standort errichtet werden dürfen, da es bereits einen großen Versorgungsmarkt (Brüggemeier) in der Nähe gibt. Man einigte sich dann aber darauf, die geplante Größe von 1200 qm auf 800 qm Geschäftsfläche zu reduzieren.
Nach einem Rückblick in die jüngere Modernisierung und aktuelle Baumaßnahmen der Stadt gewährte Frau Schnütgen uns Einblicke in diejenigen Projekte, die Kleve in Zukunft erwartet.
Das Theodor-Brauer-Haus (heute BBZ) wird neben dem neuen Schulstandort des KAG neu gebaut. Standorte aus Ober- und Unterstadt werden zusammengeführt. Auf dem XOX Gelände soll bis 2023 ein Inklusionshotel entstehen. Außerdem soll ein Seniorenheim und ein Technoclub errichtet werden. Ob und wie sich das verträgt ist die Frage, da man von einem Interessenskonflikt ausgehen kann (z.B. laute Musik und Ruhebedürfnis).
Auch die fahrradfreundliche Stadt für ein klimafreundliches Kleve ist in der Weiterentwicklung. Das Radverkehrskonzept beinhaltet unter anderem die Europa-Radbahn bis nach Nijmegen. Die Radbahn wird rege genutzt. Sie soll in Zukunft auch an Emmerich und Goch angebunden werden, fernab der Autostraßen. Das Argument, eine vernünftige Fahrradinfrastruktur zu entwickeln sei zu teuer (z.B. die rote Farbe der Fahrradwege) ist laut Frau Schnütgen nicht korrekt: es ist sogar günstiger, als ständig neue Autostraßen, Parkplätze und Parkhäuser zu bauen.
Sie ist optimistisch, dass Kleve bezüglich des Radverkehrs weiterhin Fortschritte macht und dass dies auch eine große Notwendigkeit darstellt. Aufgrund des Klimawandels muss in Bezug auf das Verkehrsverhalten ein Umdenken stattfinden. Frau Schnütgen ist sicher, dass die Quote der Radfahrer in Kleve steigt, wenn die Bedingungen attraktiver werden.
Eine weitere Veränderung erwartet die Stadt in Bezug auf den Autoschrottplatz in der Nähe des Bahnhofs. Teile der Fläche sind als Wohngebiet geplant, ein anderer Teil der Fläche soll die Ladestation für die Personenzüge beherbergen, welche ab 2027/28 nicht mehr mit Diesel sondern batteriebetrieben fahren soll. Dies geschieht im Sinne der Klimafreundlichkeit.
Auf der Freifläche gegenüber dem Bahnhof soll der Neubau des Konrad- Adenauer-Gymnasiums errichtet werden. Ein wichtiger Standortfaktor für die Wahl dieser Fläche ist die zentrale und verkehrsgünstige Lage direkt am Bahnhof. Die Schule ist so auch für Personen aus den umliegenden Orten gut zu erreichen. Ein weiterer Grund war, dass das Grundstück der Stadt gehört. Preisverhandlungen mit Privatgrundbesitzern wurden so vermieden. Der jetzige Standort des KAG am Köstersweg wird vermutlich als Wohngebiet umfunktioniert.
Kleve wird immer attraktiver und die Einwohnerzahlen werden in der Zukunft stark steigen. Die Immobilienpreise steigen allerdings durch die hohe Nachfrage.
Abschließend lässt sich sagen, dass es in Kleve zukünftig vermehrt Mehrfamilienhäuser geben wird. Der „nüchterne Zweckbau“ geht vor hübschen Einfamilienhäusern und Villen. Die Identität der Stadt soll jedoch trotz der vielen Um- und Neubaumaßnahmen erhalten bleiben.


Text: Frida Lemm (Q1), Fotos: Bruno Janßen

 

Konrad Adenauer Gymnasium Kleve

Konrad Adenauer Gymnasium Kleve